TGS-Clubtauchfahrt Rotes Meer, Dahab, 04.11.2007

5:15 Uhr: Bis auf Veronika, der noch die Vortags-Strapazen in den Gliedern steckten, trafen wir uns an der Hotelrezeption, um die am Vortag von Folker bestellten Lunch-Pakete abzuholen. Um 5:45 Uhr war Treffpunkt an der Tauchbasis zu der heutigen Kamel-Tauch-Safari nach Ras Abu Galum. Unsere Tauchausrüstung haben wir dann nach Kent’s Vorbild kamelgerecht zusammengeschnürt und auf den Pick-Up geladen. Auf vier oder besser gesagt 8 klapprigen Rädern (Pick-Up und Jeep) ging es bis zum „Blue Hole“. Dort wurde die Ausrüstung auf unsere Reittiere verladen, was uns Gelegenheit zu einem Glas Tee o.ä. bot.

Kent nutzte die Zeit um uns auf das Kommende etwas einzustimmen: „Wenn wir angekommen sind hüpfen wir runter von die Kamele und trinken einen Tee. Dann –> Geräte zusammenbauen –> Ich mache ein Briefing zum Tauchplatz –> anziehen –> Maske, Flossen, Body-Check. Wir hüpfen ins Wasser, Flossen an, Maske auf, Schnuller rein und abtauchen! Alles klar?? Aber vorher haben wir Beduin-Shopping.“

Kurz nach halb 8 Uhr saßen wir auf den Dromedaren, die neben uns auch genügend „schwere Luft“ für die Taucher, unsere Ausrüstung und auch unser Blei tragen durften. Gute 70 Minuten wurden wir von den riesigen Vierbeinern immer entlang der Küste geschaukelt. Diesmal waren wir die ersten am Tauchplatz. Unter einem schattigen Unterstand mit Tisch und Sitzmatratzen machten wir es uns bequem. Wir tranken Tee und das „Beduin-Shopping“ lies nicht lange auf sich warten. Nach einer halben Stunde waren mehr Anbieter um uns als zahlende Gäste. Ich glaube jeder von uns hat nach langer und zäher Verhandlung mit seinem Verkäufer etwas gekauft: geschnitzte Holz-Kamele und Ketten wechselten wohl am häufigsten den
Besitzer. Nachdem der Shopping-Wahn langsam abebbte konnten wir uns dem eigentlichen Grund unseres
Ausfluges widmen: Ausrüstung anlegen, Body-Check und ins Wasser hüpfen.

Wie an den Tauchplätzen zuvor, wurden wir auch hier mit einer großen Artenvielfalt an Fischen und Korallen für das mühsame Anlegen der Ausrüstung und Schleppen von Blei und Stahlflaschen bei 30°C im Schatten belohnt: Riffbarsche, Mördermuscheln, Muräne, Zackenbarsche, Falterfische, Anemonenfische, Papageien- und Drückerfische, Doktoren u.v.m.

Nach dem Ablegen unserer Ausrüstung kam gegen 11:30 Uhr bereits unser Mittagessen anmarschiert. Die
Beduinen tafelten auf, was die Küche hergab. Es ist wirklich erstaunlich, wie man in diesen für unsere Verhältnisse sehr ärmlichen Bretterverschlägen eines Beduinen-Dorfes so tolles Essen zaubern kann: gebratene Hähnchen-Schenkel, Reis, Kartoffeln, Gemüse, frisches Fladenbrot und Tahina. Bei der Menge der Speisen hätten wir gut noch mal 5 Taucher mit durchfüttern können. Eine gesegnete Mittagsruhe hatten wir uns verdient.

Gegen 13:30 Uhr machten wir uns startklar zum zweiten Tauchgang dieses Tages, der uns von Kent als „Drift-Tauchgang“ schmackhaft gemacht wurde. Wir fuhren fertig angezogen und mit zusammengebauten Geräten auf dem Pick-Up in Richtung Norden. An einer Einstiegsstelle „hüpften“ wir dann ins Wasser, wo uns dann die Strömung entlang des Riffhanges in Richtung Süden treiben sollte. Nur hatte wohl Kent vergessen die Strömung zu buchen. Den geplanten Weg schlugen wir trotzdem ein und der Pick-Up begleitete unsere Luftblasen an der Oberfläche. Einige von uns hatten gleich in den ersten Minuten des Tauchganges das Glück eine große Schildkröte in ca. 20 bis 25 m Entfernung zu sehen. Leider schwamm sie in die gleiche Richtung wie wir, nur um einiges schneller. Ich konnte meinen ersten kleinen Blaupunktrochen sehen, den Kent uns freundlicherweise gezeigt hatte. Anschließend lag noch ein Stern-Kugelfisch (ca. 40…50 cm) mitten im Sand und lies sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Der letzte Teil dieses Tauchgangs sollte über eine Seegraswiese gehen in der sich regelmäßig Seepferdchen verstecken. Die Wiese sah jedoch aus wie „abgemäht“. Wahrscheinlich war die heute fehlende Strömung oder ein Sturm vor einiger Zeit so stark, das die Wiese zerstört wurde. Abgestorbene Seegrasblätter lagen überall und zum Teil mit Sediment bedeckt herum. Seepferdchen wurden daher auch keine gesichtet. Lediglich eine Seenadel haben wir entdeckt, die ja biologisch eng verwandt mit den Seepferdchen ist. Der Pick-Up war sofort nach unserem Auftauchen zur Stelle und wir fuhren zurück in das Beduinen-Dorf, wo unsere Kamele (die vierbeinigen) auf uns warteten. Gegen 15:30 Uhr waren die Kamele beladen und wir ritten zurück zum „Blue Hole“ und von dort wieder auf 4 bzw. 8 Rädern zurück zur Tauchbasis.

Dort hielten wir uns diesmal nach dem Pflegen und Verstauen unserer Ausrüstung nicht lange auf, da wir bereits für 19:45 Uhr mit Kent in Dahab an der Brücke zu einem gemeinsamen Abendessen verabredet waren. Kent brachte seine Freundin Sybille mit, die ebenfalls Tauch-Guide bei den EXTRA DIVERS ist und wir den großen Hunger. Kent führte uns ins Restaurant „Aladdin“. Sehr gemütlich, sauber und ordentlich eingerichtet, aber leider keine Alkohol-Lizenz. Kent besorgte freundlicherweise das Bier aus einem anderen nahe gelegenen Laden. Offensichtlich ist es in Ägypten kein Problem mit dem eigenen Bier in die Kneipe zu gehen. Die Fisch-Esser unter uns bestellten eine riesige Platte mit so einigem, was das Rote Meer an Essbarem zu bieten hat. Allein das Betrachten dieser Platte war schon ein Genuss! Bevor wir uns endgültig der Völlerei hingaben, überreichte Hans unserem Tauch-Guide Kent einen Umschlag mit einer gesammelten Anerkennung von uns allen. Mit ein paar netten und lobenden Worten für seine lockere aber immer souveräne Arbeit mit uns Urlaubs-Tauchern bedankte sich Hans im Namen unserer Gruppe für die angenehmen Stunden in und um Dahab. Mit einem dreifachen „Linke Flosse, rechte Flosse – schwipp, schwapp, schwupp“ ließen wir auch dieses Restaurant für kurze Zeit verstummen. Damit war der offizielle Teil beendet und wir widmeten uns den Leckereien auf unseren Tellern.

Updated: 3. September 2017 — 22:05

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