TGS-Tauchausfahrt zur JURA und zur Marienschlucht

Wir waren zu acht und haben uns mit drei Autos am 08.10. morgens um 6 Uhr auf den Weg gemacht. Robert, Klaus, Gunnar, Andreas, Karsten, Hans, Alex. Herbert Pfeiffer hat uns im Hafen von Unteruhldingen, gleich neben den Nachbau steinzeitlicher Pfahlbauten auf der „Concrete Lady“ in Empfang genommen.

Aber unser geschichtliches Interesse galt heute ausschließlich dem am 12. Februar 1864 auf dem Weg von Konstanz nach Lindau gesunkenen Schaufelraddampfer, der „Jura“. Das 41 Meter lange und 10 Meter breite Schiff konnte mit einer 45 PS Dampfmaschine immerhin 400 Passagiere mit 18 km/h über den Bodensee
befördern. Das Ende kam dann durch einen Zusammenstoß mit der „Stadt Zürich“ im Nebel. Nebelausguck und Signalhörner waren zu dieser Zeit die Hilfsmittel der Wahl, um Zusammenstöße bei schlechter Sicht zu
verhindern. An diesem Morgen wehte also ein kühler Wind und diese Temperaturempfindung sollte sich im Laufe des Tages noch deutlich verstärken.

Die Brise kam aus Osten, so dass an den Tauchplätzen ein ablandiger Wind zu erwarten war, mit wenig Wellengang und damit einer gesicherten Rückkehr auf das Boot. Dann der Abstieg zur Jura an der Bojenleine, einfach grandios! Bis in 20 m Tiefe lineare Abnahme von Temperatur und Licht, danach wird die Sicht wieder besser, es sind weniger Schwebstoffe unterwegs. Fahles grünes Dämmerlicht, nach oben hin etwas heller, schafft eine phantastische optische Tauchatmosphäre, wären da nur nicht die 4° C Wassertemperatur!

Dann taucht plötzlich in gespenstisch grünem Licht der Umriss der Jura unter mir auf, ich bemerke das Schiff erst wenige Meter über dem Deck. Sie steht längs auf dem Kiel im Schlick, fünf Meter vor der Jura liegt noch ein Beiboot mit 2 Masten, deren Spiralform ich mir nicht erklären kann. Eine Aalquappe, deren Formgebung Name geworden ist (Hinterteil wie ein Aal, vorne rundlich abflachender Kopf wie eine Kaulquappe) ruht sich auf dem Sandboden aus. Wir machen die Runde um das Schiff und achten darauf, dass keine Luftblasen in das Innere des Schiffes gelangen und dort den Sauerstoff am Schiff nagen lassen.

Zurück auf dem Schiff fehlt ein dicker Pullover, um wieder auf Betriebs-temperatur zu kommen. Der zweite Tauchgang in der Marienschlucht mit den glatten senkrecht abfallenden Wänden ist genauso beeindruckend wie der erste Tauchgang – Fazit: kalt aber schön.

Auf dem Rückweg zum Hafen sehen wir uns den Teufelstisch vom Schiff aus an. Reizen würde es mich ja schon mal!

Text © Roland Groß Foto© Andreas

Updated: 14. Juli 2017 — 23:38
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